Es ist soweit: Das erste Mal seit dem Beginn unserer Reise im Oktober letzten Jahres wurden wir so richtig abgezockt. Was genau uns (und etwa 30 anderen armen Seelen) widerfahren ist, erfährt ihr aber erst nachdem ich meine Erlebnisse vom Anfänger-Surfkurs geschildert habe.
Pünktlich um 09:15 Uhr waren wir bei der kleinen Hütte, vor der einige Surfbretter an der Wand lehnen und die “Surfschule” darstellen soll. Anscheinend war ich der einzige Schüler an diesem Morgen, aber wir wurden überschwänglich empfangen und ein alter Mann ohne Zähne im Mund reichte uns sogleich zwei Wasser in abgepackten Plastikbechern. Der nette alte Mann stellte sich als der Vater vom Surf-Lehrer “Easy” heraus und schien in der schäbigen Hütte zu hausen oder einfach den Tag dort zu verbringen. Die Einführung war kurz, nach ein paar Trockenübungen an Land gingen wir auch schon ins Meer – ich mit einem riesigen Anfängerboard und Easy mit einem kleinem Wendigen.
Die Wellen waren nicht super-groß, gerade perfekt für Anfänger wie mich. Easy erklärte mir, wie man kurz vor der Welle Vollgas mit den Armen paddeln muss, um etwa die gleiche Geschwindigkeit wie die Welle aufzunehmen. Sobald das Board von der Welle getragen wird, muss man blitzartig auf das Brett mittig raufspringen und Balance halten. Ich wusste schon, dass mir diese Sportart liegen würde, da ich in meiner Jugend sehr gerne Skateboard gefahren bin und man dafür auch ein gutes Gleichgewichtsgefühl in den Füßen braucht.
Bereits bei den ersten Versuchen schaffte ich es, mehrere Meter stehend zu surfen, nachdem Easy mir im richtigen Moment mit einem Schubser des Bretts noch extra Schwung mitgab. Ein echt cooles Gefühl, wenn man von der Welle getragen wird! Romana schaute mir vom Ufer aus zu und filmte meine Versuche. Nach einer Stunde konnte ich sogar schon etwas in der Welle navigieren, mit Feingefühl und leichten Gewichtsverlagerungen lässt sich die Surf-Richtung ändern. Wenn die Welle von rechts nach links bricht, surft man natürlich nach links weg, um möglichst lange auf dem Brett zu stehen zu können. Nach jedem Versuch muss man wieder zurückpaddeln zur Ausgangsposition, und auch das Losstarten wurde so richtig anstrengend. Nach zwei Stunden lag ich halbtot auf dem Brett und Pausen zwischen den Versuchen wurden länger. Auch die “guten” Wellen wurden immer weniger und nach drei Stunden hatte ich dann schlussendlich genug. Alles in allem war ich doch ganz zufrieden mit meiner Leistung, vor allem für das erste Mal und weil Easy meinte, dass manch andere Wochen brauchen, um an den Punkt zu kommen, den ich bereits nach dieser kurzen Zeit erreichte. Nachmittags musste ich mich dann aber doch aufs Ohr hauen, ich war ganz schön k.o. 😉 Je ein Video eines guten und eines gescheiterten Versuchs wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten:
Am nächsten Tag sollten wir um 09:30 beim “Büro” in Bangsal sein, wo wir die 4 Tage/3 Nächte Bootstour nach Flores über Komodo gebucht hatten. Eigentlich wollten wir die 7,6 Millionen Rupien (432€) mit Karte bezahlen, ein anderer Gast sagte uns dann aber, dass sie für Kartenzahlung 5% Gebühr verlangen, was für ein Witz! Da geh ich lieber zum nächsten Bankomaten und zahle in bar. Der war zum Glück gleich um die Ecke, aber spuckte nur 50.000-Scheine aus und maximal 1.25 Millionen! Sieben Transaktionen und zehn Minuten später hatte ich dann solch einen Stapel an Geldscheinen, dass die Geldtasche sich nicht mehr zuklappen ließ 😂 Ebenfalls etwas schräg war, dass wir alle Getränke für die nächsten Tage vorbestellen mussten. Woher soll ich denn wissen, wieviel Bier ich übermorgen trinken will? Wir orderten einfach 8 Bier und 4 Cola…
Der Bus, der uns zum Schiff an die andere Inselseite bringen sollte, startete dann erst um 12:30 und war nicht gerade luxuriös. Nach kurzer Fahrt hatten wir bereits die erste Panne und Kühlerwasser musste nachgefüllt werden bzw. der Motor wurde mit Wasserflaschen händisch gekühlt 🙈 Auch etwas merkwürdig war, dass wir zweimal zu einer Tankstelle fuhren. Das fade Mittagessen war dann erst um 16:00 Uhr und es wurde uns von einem schlecht Englisch sprechenden Guide eröffnet, dass aus irgendeinem Grund unser Schiff nicht im geplanten Hafen anlegen kann. Deshalb müssten wir mit dem Bus die Fähre zur nächsten Insel Sumbawa nehmen und von dort noch 2 Stunden zum Schiff fahren. Die Ebbe sei zu stark und wenn unser Schiff jetzt in den Hafen einlaufen würde, könnten wir erst am nächsten Morgen weiterfahren, sagten unsere Reiseleiter. Toll geplant, dachten wir uns alle schon an diesem Zeitpunkt. Die meisten anderen Mitreisenden waren etwa im gleichen Alter wie wir oder jünger, nur ein älteres australisches Paar war auch dabei.
Es war dann schon später Nachmittag, als wir den Hafen erreichten. Dort regte sich erster Widerstand und 6 Leute wollten die Tour abbrechen. Sie schienen mit den drei inkompetenten Tourguides um ihr Geld zu streiten. Wir anderen dachten uns noch OK, wir sind in Indonesien, da kann das schon mal passieren und machten noch Witze über die überempfindlichen Aussteiger. Beim Warten auf die Fähre waren wir gestrandeten Touristen dann das Highlight bei den ebenfalls wartenden Einheimischen und alle Kinder und Jugendlichen wollten dann Fotos mit uns allen machen. Viele Witze über den misslungenen Tag wurden gerissen und wir lernten uns alle etwas besser kennen, solch merkwürdige Situationen schweißen eine Gruppe halt gleich zusammen.
Die Überfahrt nach Sumbawa mit der überfüllten Fähre dauerte gute zwei Stunden, den ganzen (bezahlten) Tag waren wir jetzt schon unterwegs, ohne irgendetwas Interessantes gesehen oder erlebt zu haben. Romana sagte dann irgendwann, hoffentlich ist das nicht alles Betrug… Ich war bis jetzt ja optimistisch gewesen und die Erklärungen der Guides halbwegs glaubwürdig. Als wir dann aber nach weiteren zwei Stunden Busfahrt von der Küstenstraße ins Landesinnere von Sumbawa einbogen, waren wir uns sicher, dass wir so schnell heute kein Schiff mehr sehen werden und das alles sehr nach einer Betrugsmasche und Hinhaltetaktik roch. Wir sprachen die Verantwortlichen darauf an, wurden aber wieder vertröstet, dass sie jetzt für uns ein Abendessen organisieren würden und wir in 30 Minuten da seien und das Boot schon warte, was eigentlich immer schon die Standart-Antwort war. Es war dann Mitternacht, als wir vor einer kleinen Kantine hielten, in der nette Indonesierinnen auf uns gewartet zu haben scheinen und für den Schlamassel sicher nichts dafür können. Hunger hatten die wenigsten, den meisten war der Appetit vergangen und es wurde “Krisensitzung” gehalten, wie wir als Gruppe weiter vorgehen. Einige fanden dann auf Google katastrophale Rezensionen für diese Betrüger-Firma von Reisenden, denen so ziemlich das Gleiche passiert war. Die Zustände auf dem Schiff seien ebenso schlimm. Die Entscheidung unserer Reisegruppe fiel dann so aus, dass wir uns das Boot zumindest anschauen wollen, bevor wir hier mitten in der Nacht und im Nirgendwo auf eigene Faust weiterziehen.
Es waren dann nochmal fast zwei Stunden Fahrt mit dem Bus, als wir in dem Fischerort Labuan Jambu ankamen. Zeit: 02:00… und was war natürlich nicht da? Das Schiff! Dies glaube ich war der Moment, in dem ich für uns beschloss, definitiv keinen Fuß auf das Schiff dieser Gauner zu setzen! Unsere persönliche Sicherheit geht vor, und diese Leute hatten für mich die komplette Glaubwürdigkeit verloren, nachdem sie uns den ganzen Tag immer nur Halbwahrheiten auftischten und uns mit Ausreden hingehalten haben. Warum sollte ich ihnen dann vertrauen und glauben, dass sie uns sicher nach Labuan Bajo bringen? Genauso dachten auch einige andere, manche aber waren ziemlich unerschrocken und auf alle Fälle bereit, auf das Schiff zu gehen und es zu riskieren, sollte das Schiff tatsächlich auftauchen. Irgendjemand versuchte vergeblich, die Polizei anzurufen, beim Notruf ging aber keiner ran. Hier ist man auf sich allein gestellt, das war mir schon vorher klar. Das funktioniert vielleicht auf Bali oder in Touristenhochburgen, aber nicht im tiefsten Sumbawa, Stunden von der nächsten Stadt entfernt. Auch dort würde ich persönlich versuchen, möglichst nichts mit den indonesischen Behörden zu tun zu bekommen, da zieht man als Tourist sicher den Kürzeren.
Irgendwann dann sah man Lichter auf dem Meer, und es kam ein kleines Beiboot, mit dem dann die ersten Willigen rausgebracht wurden. Sie übertrugen dann mit WhatsApp ein Live-Video vom Schiff, das sich als ziemlich klein für so viele Leute herausstellte. Die meisten hatten einen Schlafplatz an Deck gebucht, da es das billigste war. Das stellte sich als beengtes Matratzenlager heraus, aber für drei Nächte halbwegs aushaltbar. Richtig mies waren die “Privatzimmer”, welches auch wir gebucht hatten. Winzig klein, stickig und sehr laut, da direkt neben dem Maschinenraum.
Viele wogen dann ab, ob sie die Tour fortsetzen wollten oder nicht. Für Romana und mich stand die Entscheidung schon fest, unter keinen Umständen mit diesen Ausbeutern auf einem zu kleinen Schiff gefangen zu sein. Die Alternative war halt, die restliche Nacht irgendwie rumzubringen und dann in der Früh auf eigene Faust zu versuchen, von hier wegzukommen und von einem Hafen an der Ostküste eine Fähre nach Labuan Bajo zu bekommen. Zurück nach Lombok stand für uns nicht zur Debatte, denn wir hatten schon den Weiterflug gebucht. Schlussendlich blieben sieben Leute an Land, ein belgisches Paar, drei Franzosen und wir. Bis dann alle Weiterreisenden mit dem kleinen Shuttle-Boot in mehreren Etappen zum Schiff gebracht wurden verging schon wieder eine gefühlte Ewigkeit. Zuvor brachte ich noch unsere vorbestellten Getränke in Sicherheit, ein Bier war sowieso dringend notwendig, um den bisherigen Sch***-Tag zu verdauen.
Zwei der drei Gauner blieben ebenfalls hier, nur der Dümmste von ihnen ging mit aufs Schiff. Dieser wurde von den anderen beiden immer herumkommandiert, um uns die unliebsamen Neuigkeiten zu überbringen. Ich hatte ja die Hoffnung schon aufgegeben, von dem bezahlten Geld irgendetwas wiederzusehen. Die Belgier und Franzosen waren aber auch richtig wütend, und wir drei Männer bedrängten dann die beiden Bosse, uns das Geld wiederzugeben, nachdem sie uns den ganzen Tag verarscht hatten. Nach ewigen Diskussionen hatten wir sie dann soweit, dass sie uns zusicherten, zumindest 2,5 Millionen pro Person zurückzuzahlen. Der eine meinte immer, es sei ihm egal wenn er ins Gefängnis müsste, aber mehr würden wir auf keinen Fall bekommen. Leute, die nichts zu verlieren haben, sind gefährlich, dachte ich mir. Einfach ruhig bleiben, egal wie groß der Frust und Hass auf diese abgebrühten Schlitzohren auch ist. Sie schienen an solche Diskussionen schon gewöhnt zu sein und wirkten fast gelangweilt, es sind halt professionelle Diebe. Wenigstens waren sie nicht aggressiv oder handgreiflich.
Die Franzosen hatten die glänzende Idee, den Schlüssel vom abgestellten Bus abzuziehen und zu verstecken, natürlich als Druckmittel für uns, sollte es hart auf hart kommen. Irgendwann dann schienen sie einen Großteil des Geldes zusammengekratzt zu haben. Unglaublich, wir hätten nicht mehr daran geglaubt, aber nach weiteren Stunden hatten Romana und ich zumindest 5 von 7,6 Millionen wiederbekommen. Zeit: 05:30 😂
Nach dem Busschlüssel wurden wir mehrmals gefragt, aber wir spielten die Unschuldigen und natürlich wusste keiner etwas davon… Vielleicht suchen sie ihn ja heute noch. Uns wars herzlich egal, sollen sie doch darüber nachdenken, was die letzten 21 Stunden falsch gelaufen ist 😉
Jetzt nichts wie weg von hier, auf der Straße fuhren sogar schon einige Fahrzeuge vorbei. Zu siebt stellten wir uns an den Straßenrand und nach kurzer Zeit hielt auf unser Winken sogar ein luxuriöser Schlafbus, der uns in drei Stunden bis nach Bima mitnahm. Wir alle waren natürlich komplett erschöpft von dieser katastrophalen Erfahrung, aber auch sehr froh, endlich weg von diesen Halsabschneidern zu sein und den finanziellen Schaden begrenzt zu haben.
Wir glaubten, bereits in Bima die Fähre nehmen zu können, aber am Busterminal in Bima sagte man uns dann, dass wir mit dem öffentlichen Minibus weiter nach Sape müssen. Wir stiegen in die rostige Klapperkiste, das Gepäck wurde auf das Dach verladen, wie es in diesen Ländern üblich ist. Es war sehr stickig und heiß, und irgendwann hieß es, dass wir erst in einer Stunde abfahren. Nach mehreren widersprüchlichen Preisangaben wurde es den Franzosen zu bunt, und die freizügige Französin Océane stieg auf das Dach und begann unser Gepäck abzuladen, denn in Bima funktioniert wieder die Taxi-App Grab. Das passte den Busbetreibern (die oft eine richtige Mafia sind) überhaupt nicht und die Situation schaukelte sich auf. Ein aggressiver Mann schrie auf indonesisch auf die Franzosen ein und wollte die Koffer nicht mehr loslassen. Ein richtiges Gerangel um deren Koffer entstand, Romana und ich schauten, dass wir Abstand gewannen und gingen Richtung Ausgang. Der Mann schrie, er wolle die Polizei holen. Oh Gott, bloß das nicht, dachte ich mir. Dann sind wir alle dran, auch wenn wir nichts getan hatten. Gottseidank konnten sich dann alle losreißen und wir flüchteten auf die Straße einige hundert Meter weiter. Eine richtig üble Stadt hier, dieses Bima. Lustigerweise hatte ich schon ein schlechtes Bauchgefühl, als wir mit dem Schlafbus durch die Vororte fuhren, zu arm und heruntergekommen wirkte es auf mich. Wir konnten zum Glück gleich zwei Grab-Autos bestellen, die uns dann zum Hafen brachten. Dort bestätigte man uns, dass wir nach Sape mussten, um eine Fähre nach Labuan Bajo zu bekommen. Unser Grab Fahrer war dann super nett und ehrlich, eine willkommene Abwechslung – er kaufte uns sogar gekochte Maiskolben während der Autofahrt.
Eineinhalb Stunden später waren wir dann endlich am Hafen in Sape, nur um gesagt zu bekommen, dass die nächste Fähre dann erst am Montag geht. Es war Samstag Mittag 🙈 Zum Glück gab es eine Unterkunft namens Hotel Mantika mit freien Zimmern gleich neben dem Hafen, der Standard war halt für indonesische Gäste ausgerichtet… Geraucht wird in Indonesien überall und ständig und das roch man halt auch im etwas schäbigen Zimmer. Nun gut, wir alle waren sowieso übermüdet von den Reisestrapazen, zwei Nächte werden wir schon überleben hier. Zuerst brauchten wir dringend eine Dusche, bevor wir uns dann auf die Suche nach einem Restaurant machten. Wir beschlossen in der Gruppe, dass wir ab jetzt wieder all unser Misstrauen gegenüber den Leuten aufgrund der letzten Stunden ablegen sollten, denn mit einer schlechten Einstellung zieht man schlechte Leute an. Und hier in Sape war es dann total gegensätzlich zu Bima, alle Einheimischen winkten und lächelten uns zu. Es scheint, als ob hier so gut wie nie weiße Touristen durchkommen. Auf dem Weg zu einem der wenigen Lokale hatten wir gleich eine Schar Kinder hinter uns, die uns verfolgte und uns ihre paar Brocken Englisch zuriefen, die sie wohl in der Schule gelernt haben. “Miss, Miss” schrien sie schon von weitem, als sie unsere europäische Zweckgemeinschaft entdeckten, viele wollten auch ein Foto machen. Speziell die jungen Mädchen und Frauen waren ganz verrückt danach, mit unseren weißen Frauen einen Selfie zu ergattern.
Der Hafen-Ort selbst war extremst zugemüllt und überall sieht man kleine Feuer, in denen Plastik verbrennt wird. Viele Häuser sind schon verfallen, aber auch manch schöne sind dabei! Im Hafen sieht man viele halb gesunkene Boote, die wohl nie wieder auslaufen werden. Wir sahen zumindest das erste Mal das echte, authentische und untouristische Indonesien seit unserer Ankunft.
Am Montag herrschte dann das absolute Chaos am Fährterminal, denn die Fähre vom Samstag war ausgefallen und somit war der Andrang an Leuten und Fahrzeugen riesig. Ohne die Hilfe unserer netten Hotelrezeptionistin und anderen hätten wir es wohl nicht geschafft, ein Ticket zu ergattern. Als wir dann etwa gegen 09:00 dann tatsächlich auf der zum bersten gefüllten Fähre waren, war die Erleichterung dann schon groß, endlich von dieser Insel loszukommen. Während der achtstündigen Überfahrt brachten uns die Franzosen kurzweilige Kartenspiele bei. Zu Mittag holte ich für Romana und mich Mie Goreng (gebratene Nudeln) von der “Kantine”, und ich staunte nicht schlecht, wieviel der Typ in der winzigen Küche gleichzeitig machen musste: Nudeln anbraten, Wasser im Kocher nachfüllen, Abspülen, Kassieren, Eier schälen, Packungen aufreißen, Essen ausgeben und das wichtigste: eine Zigarette rauchen. Es muss 60°C in diesem Kämmerchen gehabt haben und der Strom an Menschen, die heißes Wasser für ihre Instant-Nudeln von ihm haben wollten, riss nicht ab. Beeindruckend!
In Labuan Bajo angekommen trafen wir uns dann beim Essen mit der Gruppe, die den Bootstrip fortgesetzt hatte, um unsere Erfahrungen auszutauschen, die beide Seiten gemacht hatten. Sie waren ebenfalls am Montag angekommen, und es soll zumindest akzeptabel gewesen sein. Die restlichen Programmpunkte wie Schwimmen mit Walhaien, Komodowaran-Tour und Pink Beach wurden eingehalten. In der zweiten Nacht sei die See ziemlich rau gewesen, die wenigsten hätten viel geschlafen. Sie meinten aber auch, wenn wir Restlichen auch alle an Bord gewesen wären, dann wäre es schon sehr beengt gewesen…
Romana und ich bereuten es überhaupt nicht, die Tour abgebrochen zu haben, vor allem, da wir gehört haben (und ein Video gesehen!), dass am 22.06. aufgrund des Wetters zwei größere Schiffe in Komodo gesunken sind (alle Insassen wurden gerettet!)…
Ich denke, wir haben das Beste aus unserer Situation gemacht und was wir auf alle Fälle wieder dazugelernt haben ist, dass man nicht zwanghaft unter Zeitdruck etwas buchen soll. Die Komodo-Touren von Lombok sind aktuell sehr beliebt und ein richtiger Ansturm von Backpackern führt natürlich auch zu solch dubioseren Angeboten. Es hätte uns auffallen sollen, da so kurzfristig die meisten Anbieter keine Privatkabine mehr frei hatten. Außerdem ist es sehr wichtig, Bewertungen auf Google Maps zu lesen. In diesem Fall schwierig, da unsere Tour unter mehreren Namen von Scheinfirmen beworben wurde (“Explore Komodo”, “Best Komodo Trip”, …). Bei den Rezensionen vom Lokal, in dem wir die Tour gebucht hatten, fanden wir im Nachhinein dann richtig schlechte Bewertungen, dass man hier auf keinen Fall den Komodo-Trip buchen soll…
Am 25. Juni machten wir dann endlich unseren Komodo-Ausflug, diesmal halt als Tagestour von Labuan Bajo mit einem Speedboat, wie es die meisten machen. Das Unternehmen war super organisiert und das Schiff echter Luxus. Erster Programmpunkt war eine überlaufene 20min-Wanderung, aber der Blick auf die Buchten und Inseln vom Komodo-Nationalpark war es dann doch wert. Danach ging es zum Pink Beach, der aufgrund von roter Korallen, die Sand wurden, eine rötlich-pinke Farbe hat. Die Hauptattraktion waren dann natürlich die Komodowarane, oder Komodo Dragons, von denen ca. 1600 auf dieser Insel leben. Diese Reptilien werden bis zu 3 Meter groß und sondern bei einem Biss Gift ab, das die Blutgerinnung hemmt. Zum Glück sind sie nicht aggressiv, außer man bedroht sie. Wir (und hunderte andere Touristen!) kamen mehreren riesigen Drachen dann auf wenige Meter nahe, ich hatte aber schon gehörigen Respekt, dass einer dann plötzlich zu uns losstartet. Einer spazierte aber dann plötzlich mit ziemlich langsamen Bewegungen weiter, nachdem es ihm wohl zu nerven begann, mit unzähligen Touris auf den Fotos zu sein, die die Guides schossen.
Nachmittags fuhren wir noch mehrere Schnorchelspots an, und sogar die Crew war dann sehr aufgeregt, als sie zwei Mantarochen entdeckten, da an diesen Spots seit zwei Monaten keine mehr gesehen wurden! Echt cool, diese riesigen Teile nochmal von der Wasseroberfläche beim Schnorcheln beobachten zu können! Weiters sahen wir auch einige Schildkröten, aber so einem riesigen Exemplar, schätzungsweise 1,5 Meter Länge, waren wir noch nie so nahe gekommen. Es war ein gelungener Tag!






























Gestern flogen wir über Jakarta nach Medan auf der Insel Sumatra. Dort holte uns das vorgebuchte Privattaxi ab, das uns in den Dschungel von Bukit Lawang brachte. Für die letzten 15 Minuten Fahrt mussten wir auf Motorräder umsteigen, denn die Staße endete hier. Vier freundliche junge Männer hatten schon auf uns gewartet, und auf einem abenteuerlichen Pfad ging es durch den Dschungel zu unserer Unterkunft, die erstaunlich modern ist. Die nächsten Tage wollen wir eine geführte Wanderung durch den Regenwald im Gunung Leuser Nationalpark machen, in der Hoffnung, wilden Orang Utans zu begegnen.
Toni
wird ja immer spannender…….übertreibts bloß nicht 😉